Indische Filme im Kommunalen Kino (April 12)


MITTWOCHSKINO:

GROSSES WELTKINO – SATYAJIT RAY

 

Die meisten Filme des Bengalen Satyajit Ray (1921-1992), dessen Stil von Jean Renoir, Yasujiro Ozu und John Ford geprägt wurde, sind Meisterwerke und haben nicht nur in Indien, sondern auch international Maßstäbe gesetzt. Wir zeigen seinen epochemachenden Debütfilm Pather Panchali, der die in den 20er Jahren angesiedelte Geschichte einer armen Familie auf dem Land erzählt, und einen seiner letzten großen Filme, Ghare Baire, der die Situation Indiens im Übergang zwischen Kolonialzeit und Moderne thematisiert.

Beide Filme werden in Kooperation mit der Deutsch-Indischen Gesellschaft Freiburg e.V. gezeigt – http://www.digfreiburg.de/

»Die Filme von Satyajit Ray nicht gesehen zu haben, heißt in einer Welt ohne Sonne oder Mond zu leben.«  (Akira Kurosawa)

 

 DAS HEIM UND DIE WELT (GHARE-BAIRE)

»Satyajit Ray träumte schon immer davon, Rabindranath Tagores Roman fürs Kino zu adaptieren – das Resultat ist ein umwerfender Film. Er erzählt eine Dreiecksliebesgeschichte vor dem Hintergrund der politischen Unruhen in Indien, Anfang des 20. Jahrhunderts. Im Jahre 1905 hat der britische Generalgouverneur Lord Curzon die Teilung Bengalens in einen hinduistischen und einen moslemischen Teil verfügt. Indische Nationalisten initiieren eine terroristische Bewegung gegen die Briten. (…) Sandip, einer der Anführer, kommt nach Suksayar auf die Ländereien seines Kindheitsfreundes Nikhil. Sandip ruft zum Boykott englischer Waren auf und beschwört einen Aufstand der muslimischen Gemeinschaft herauf. Als gebildeter Mensch möchte Nikhil seine Frau Bimala aus der Isolation herausholen, zu der die indischen Frauen verurteilt sind. Er will ihr Englisch beibringen und stellt ihr Sandip vor. Fasziniert von Bimalas Schönheit und ihrem Intellekt verliebt er sich in sie und zieht bei seinem Freund Nikhil ein.«

(Yann Lardeau, Cahiers du cinéma, 1984)

_ Indien  1984 /   OmU /   140 Min. /  

_ Regie: Satyajit Ray /   Buch: Satyajit Ray, nach dem Roman von     
   Rabindranath Tagore

   Mi  04.04., 19:30 /   Sa  07.04., 19:30

 

PATHER PANCHALI

Der kleine Apu wächst in einem bengalischen Dorf in ärmlichen Verhältnissen auf. Zusammen mit seiner Schwester streift er durch die Felder und entdeckt etwa staunend das Wunder eines vorbeifahrenden Zuges. Apus Vater, ein Laienpriester, Poet und weltfremder Träumer, gibt schließlich dem permanenten Drängen seiner Ehefrau nach und geht in die Stadt, um dort Geld zu verdienen. Nur selten lässt er von sich hören, kommt dann aber unvermittelt zurück, um die Familie nachzuholen. Während seiner Abwesenheit ist Durga an einer Lungenentzündung gestorben. Apu, untröstlich angesichts des Todes seiner geliebten Schwester, verlässt zusammen mit seinen Eltern das Dorf und zieht nach Benares…

Satyajit Rays erster, ungewöhnlicher Teil der legendären Apu-Trilogie gibt ein ungemein dichtes und eindringliches Stimmungsbild wieder und erzählt in epischer Breite von Armut und Hoffnungslosigkeit. Wer Pather Panchali noch nie im Kino erlebt hat, sollte dieses bildgewaltige Meisterwerk auf keinen Fall verpassen. (Xenix)

_ Indien  1955 /   OmU /   113 Min. /  

_ Regie: Satyajit Ray /

   Mi  25.04., 19:30 /   Sa  28.04., 21:30

 

Kommunales Kino Freiburg, Urachstr. 40, Tel. 0761 / 709033,  http://www.koki.de/

 



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Letzte Aktualisierung: 23/07/2012 - 17:01